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Abenteuer Beerdigung Teil 3

„Ihr müsst den Sarg holen – lass dir das von V. erklären ich muss jetzt alles für die Beerdigung morgen klären.“ Das war alles, was ich von meinem junior Chef (M.) als Erklärung bekam, bevor er auch schon wieder davon fuhr.                                               Also wandte ich mich an V. „Kann mir jetzt bitte mal jemand erklären was hier los ist?“ „Tja, so genau weiß ich das auch nicht.“ Versuchte mir V. klar zu machen. „Ich hab nen Anruf vom Chef bekommen und er sagte nur ‚nicht fragen; einfach machen!’ Und dann sagte er mir, dass wir den Sarg holen müssen, weil morgen früh schon die Beerdigung sein soll und nicht erst Donnerstag. Irgendwie hat die Presse von allem Wind bekommen.“ „Na toll! Und wo müssen wir den Sarg abholen?“, fragte ich in der Hoffnung, dass es nicht allzu weit weg war. „In Altkirchen“, bekam ich zur Antwort. „Wo ist das denn?“, fragte ich leicht verwirrt. „Ich glaube irgendwo im Westerwald.“ „WAS?“, schrie ich V. ungewollt an. Denn wir arbeiten in Essen und das ist nicht grade um die Ecke.      „Weißt du wie lange wir da unterwegs sind? Für eine Strecke sind wir bestimmt zwei Stunden unterwegs!“ Meine Stimmung fiel dann natürlich auf den Nullpunkt.

Aber wir konnten nun mal nichts daran ändern. Also gaben wir die Adresse in das Navi ein, welches uns dann mitteilte, dass wir eineinhalb Stunden für eine Strecke brauchen. Naja, immerhin eine halbe Stunde weniger als ich dachte. Besser als gar nichts, dachte ich mir und versuchte damit mich und auch V. wieder etwas aufzubauen. Denn mit dem Sarg holen, war ja unsere Arbeit an dem Abend nicht getan. Es folgte noch das Ankleiden des Herrn Albrecht und das Einsargen. Dann mussten wir ihn noch zum Friedhof überführen und offen aufbahren. Es versprach also eine kurze Nacht zu werden. Noch etwas verärgert und unmotiviert fuhr V. dann los.

Wir waren etwa 15 Minuten unterwegs als unser Chef anrief. Er wollte wissen, wo wir gerade sind. Nach dem das geklärt war fragte ich nun mal nach was denn eigentlich genau passiert war. Unser Chef (S.) erzählte dann:                                                        Der Leiter des Friedhofes hatte privat einen Anruf vom Spiegel bekommen, ob es DER Albrecht war, der am Donnerstag beigesetzt werden soll. Der Leiter des Friedhofes sagte zwar, dass er das nicht wisse, aber die Presse kann ja auch eins und eins zusammen zählen. Also rief dieser unseren Chef an und erzählte es ihm. Unser Chef hatte gerade aufgelegt, als sich auch schon der Rechtsanwalt der Familie Albrecht meldete. Er sagte, dass das Haus von der Presse belagert wurde und sich unser Chef nun doch etwas einfallen lassen solle. Somit rief unser Chef den Pfarrer an und fragte ob er die Beisetzung schon Mittwochmorgen machen könnte. Als der Pfarrer zustimmte kamen einige Steine ins Rollen. S. rief zunächst alle Träger an und bestellte sie nun auch schon für einen Tag früher. Danach rief er V. an und sagte ihr nur, dass der Sarg abgeholt werden muss und sie mich anrufen soll.

Natürlich mussten ja jetzt auch die Blumen schon einen Tag eher fertig sein und somit musste unser Florist auch eine Nachtschicht einlegen.

Das blöde war jetzt nur, dass V. und ich nicht wussten, dass wir so lange unterwegs sein würden und hatten somit nichts zum Trinken dabei. Wir wollten dann eigentlich bei einer Raststätte etwas kaufen, aber wenn man mal eine braucht, dann ist natürlich nie eine da. Als wir dann mittlerweile auf der A560 waren, kam da natürlich gar nichts mehr wo man sich etwas zu Trinken hätte kaufen können. Also hielten wir Ausschau nach einer Tankstelle oder ähnliches, die dann an der Strecke nach der Autobahnausfahrt liegen könnte. Aber wir haben nicht daran gedacht, dass wir mittlerweile im Westerwald waren und es auch schon kurz vor neun war. Somit hatten die ersten drei Tankstellen, die wir in den kleinen Dörfern fanden, schon geschlossen. Dann sprang uns auf einmal ein gelb-blaues Schild ins Auge. „ALDI!“, rief ich erfreut und V. steuerte darauf zu. Aber wir waren ja immer noch in Westerwald! ALDI hatte natürlich zu! Also durstig weiter gefahren und weiter Ausschau gehalten. Und dann, etwa zehn Minuten vor unserem Ziel, hatten wir endlich eine offene Tankstelle gefunden. Wir hatten uns noch nie so darüber gefreut. Also wir beide rein und erstmal was zu Trinken gekauft. Zwei Flaschen. Naja, die erste war auch sehr schnell alle. Und woran hatten wir beide dann nicht gedacht? Wenn man viel trinkt, dann muss man auch aufs Klo. Also hofften wir, dass wir bei der Sargfabrik auf die Toiletten konnten.                               

Aber zuerst haben wir den Sarg eingeladen. Das war schon ein Monsterding. Der Sarglieferant, der nun auch noch mal extra zu der sargfabrik kommen mußte, traute uns zwei Mädels nicht zu, dass wir mit ihm den Sarg in das Auto bekommen würden. Aber man ist ja so einiges von der Arbeit gewohnt und so war er doch erstaunt, dass es gut klappte. Ich muss aber zugeben, dass der Sarg schon um einiges schwerer war als ein „normaler“. Nach getaner Arbeit durften wir dann auch auf die Toilette.

Um halb zehn machten wir uns dann auf den Rückweg.        Mittlerweile waren V. und ich auch schon wieder besser drauf und lachten auch schon wieder über einige Dinge und genossen mehr oder weniger den Sonnenuntergang. Ich eher weniger, da ich nun mit Fahren an der Reihe war.

Um elf trafen wir dann schließlich wieder bei der Firma ein, um die von M. bereitgelegte Kleidung und sonst nötigen Utensilien für die Einsargung ab zuholen...

 

... vierter und letzter Teil folgt bald...

24.8.10 19:33

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